Die Bäche im Blick: Pegelstandüberwachung mit LoRaWAN

An Starkregentagen schwellen selbst kleinste Bäche zu reißenden Flüssen an und können – wie jüngst in Deutschland – schwere Schäden verursachen. Um die Pegelstände von Gewässern besser messen und kontrollieren zu können, kommt die Funktechnologie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) zum Einsatz.

In der aktuellen Ausgabe des Kundenmagazins meine energie“ berichtet die badenova AG & Co. KG über den Einsatz der neuen Technik bei ihrer Netztochter bnNETZE. Die bnNETZE setzt die sogenannte Pegelsensorik im Rahmen des Projektes „Reallabor Smart Region“ in der südbadischen Gemeinde Kirchzarten ein. E-MAKS unterstützt bnNETZE als IoT-Dienstleister bei der Umsetzung dieser und weiterer Smart City Anwendungen. Gefördert wird dieses Reallabor-Projekt von der Thüga AG.

Häufig werden Pegelstände noch manuell vor Ort abgelesen. Wenn man an Flüssen und Bächen entlang spaziert, fallen einem vielleicht die typischen Messlatten in schwarz-weiss ins Auge, die üblicherweise den Pegelstand anzeigen. Mit Hilfe der LoRaWAN-Technik muss zukünftig niemand mehr die Messstelle persönlich aufsuchen: Alles läuft mittels Pegelsensorik digital.

Wie funktioniert die digitale Pegelmessung? Acht sogenannte Pegelsonden wurden im Rahmen des Projektes angebracht und liefern fleißig Daten über Bachpegelstände. Nicht nur die aktuellen Pegelstände lassen sich damit erfassen, auch Aussagen über den längeren zeitlichen Verlauf eines Gewässerpegels und dessen Temperaturen ermöglichen Wasserfachleuten relevante Rückschlüsse.  

Die eingesetzte LoRaWAN-Technik bietet einige Vorteile: Sie ist energieeffizient, kostengünstig und kann Daten über große Entfernungen übertragen. LoRaWAN zählt zu den LP-WAN-Technologien, also „Low Power WAN“. Das heißt: Trotz der großen Reichweiten, über welche Informationen übertragen werden, verbrauchen die Sensoren und Basisstationen sehr wenig Energie. Die Sensoren erfassen die Daten und senden sie verschlüsselt an einen Empfänger. Anschließend werden alle erhobenen Informationen in einem übersichtlichen, digitalen Dashboard sichtbar gemacht. Das Dashboard bietet einen strukturierten Rundumblick und ermöglicht eine detaillierte Auswertung aller erfassten Daten – in diesem Fall der Pegelstände und -entwicklungen. Zusätzlich kann eine Alarmierungsfunktion über beispielsweise eine E-Mail eingerichtet werden. Das Überschreiten von festgesetzten Grenzwerten kann somit schnell erkannt und entsprechende Maßnahmen zeitnah eingeleitet werden.